Ex-Zalando-Chef kassiert 89 Millionen Euro

Ex-Zalando-Chef kassiert 89 Millionen Euro

Schon vor zwei Jahren hatte Rubin Ritter, 40, seinen Rückzug als Co-Chef des Berliner Modehändlers Zalando angekündigt. Der Diplom-Kaufmann, der 2010 zu Zalando (ursprünglicher Werbespruch: “Schrei vor Glück”) kam, hatte damals gesagt, er wolle seiner Frau – einer Richterin – die Gelegenheit zu geben, mehr Karriere zu machen. Seit Juni 2021 ist er raus, seinem Linkedin-Profil zufolge ist er nun in Elternzeit.

Für sein letztes Jahr an der Spitze des Dax-Unternehmens kann er sich nun aber über eine ungewöhnlich hohe Bezahlung freuen. Wie aus dem Geschäftsbericht für 2021 hervorgeht, hat Ritter eine Vergütung von 89 Millionen Euro erhalten. Der größte Anteil davon entfällt auf Aktienoptionen, die Ritter in den Jahren 2011, 2013 und 2014 erhalten hat, Zalando ist 2014 an die Börse gegangen und seit 2021 Mitglied im Deutschen Aktienindex (Dax). Noch vor Bekanntwerden seines Rücktritts übte er Optionen im Wert von 42,5 Millionen Euro aus, danach weitere für 46,6 Millionen.

Die amtierenden Co-Vorstandschefs, die beiden Zalando-Gründer Robert Gentz und David Schneider, erhalten ebenfalls rekordverdächtige Vergütungen: Sie kamen dank der Optionsprogramme 2021 auf je 45,5 Millionen Euro. Auch im Vorjahr hatte Zalando schon hohe Vorstandsvergütungen gezahlt, für 2020 kam beispielsweise Ritter auf eine Vergütung von 53,3 Millionen Euro – zusätzlich zu den jetzigen 89 Millionen Euro. Im vergangenen Jahr hat Zalando auf der Hauptversammlung dann angekündigt, dass eine Obergrenze für die Vergütungen der Vorstandschefs von 15,75 Millionen Euro eingeführt werde, für normale Vorstände liegt sie bei 10,5 Millionen. Diese greift aber nicht rückwirkend.

Der Chef der Deutschen Post kommt auf etwa zehn Millionen Euro

Die Vorstandsbezüge sind auch im deutschen Vergleich sehr hoch. Deutsche-Post-Chef Frank Appel etwa hatte für 2020 etwa zehn Millionen Euro bekommen, VW-Boss Herbert Diess lag bei 7,7 Millionen Euro. Zalando betonte im Geschäftsbericht, die Optionen für die jetzigen und ehemaligen Vorstände seien für Leistungen in den Jahren 2011 bis 2017 gewährt worden, als sich das Unternehmen “in einem frühen Entwicklungsstadium” befunden habe. Geld sei der Firma dadurch nie entzogen worden, die Aktien kämen aus dem bedingten Kapital. Einen ähnlichen Effekt gab es 2021 beim Berliner Lieferdienst Delivery Hero. Dessen Chef und Gründer Niklas Östberg erhielt für 2020 eine Gesamtvergütung von 45,7 Millionen Euro, auch dank Aktienboni, die seit Jahren angesammelt wurden.

Die Zalando-Aktie gab am Freitag leicht auf knapp 46 Euro ab, das Unternehmen ist derzeit an der Börse etwa zwölf Milliarden Euro wert. Der Aktienkurs geht seit Monaten zurück, noch im vergangenen Sommer hatte der Preis bei mehr als 100 Euro gelegen.

Reference-www.sueddeutsche.de

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