Deutsche Bank und Commerzbank: US-Fonds verkauft großen Anteil

Deutsche Bank und Commerzbank: US-Fonds verkauft großen Anteil

Eine wichtige Grundregel für das Investieren in Aktien lautet: Bringen Sie Geduld mit. Für Sparer wird sogar ein Anlagehorizont von mehreren Jahrzehnten empfohlen. Profi-Investoren denken in kürzeren Zeiträumen, manchmal verlieren sie dabei auch recht schnell die Geduld. So wie jener zunächst nicht namentlich genannte Großaktionär der Deutschen Bank und der Commerzbank, der über Nacht zwei Aktienbeteiligungen von jeweils gut fünf Prozent an beiden Häusern am Markt platzierte und die Aktienkurse der größten privaten Banken Deutschlands zum Einsturz brachte: Die kalifornische Capital Group, bisher Ankeraktionär beider Banken, hat sich Insidern zufolge auf einen Schlag von ihren Beteiligungen getrennt.

Die Aktien der Deutschen Bank verloren in der Spitze mehr als zehn Prozent und erholten sich im Lauf des Tages nur langsam. Commerzbank-Papiere verloren annähernd zehn Prozent an Wert und stabilisierten sich später. Insgesamt brachte die Investmentbank Morgan Stanley im Auftrag der Capital Group Aktien im Wert von 1,75 Milliarden Euro auf den Markt. Die Fondsgesellschaft wollte sich nicht zu der Platzierung äußern. Nach dem Verkauf sind aber in den kommenden Tagen offizielle Mitteilungen zu den Beteiligungen zu erwarten.

Hinter dem Investor steckt einer der größten Kapitalanleger der Welt

Deutsche Bank und Commerzbank verlieren nach dem Hedgefonds Cerberus mit dem Ausstieg der Capital Group einen weiteren Großaktionär aus den USA. Neben dem Fondsriesen aus Los Angeles hält nur noch der US-Vermögensverwalter Blackrock so große Aktienpakete an den beiden Banken; diese liegen aber überwiegend in börsennotierten Indexfonds (ETF), die die großen Börsenindizes abbilden und nicht ohne Weiteres verkauft werden können. Die beiden Banken erklärten fast gleichlautend, der Ausstieg des Investors ändere nichts an ihrer jeweiligen Strategie. “Das Geschäftsmodell und das Risikomanagement der Bank haben sich in herausfordernden Zeiten bewährt”, sagten Sprecher der Deutschen und der Commerzbank. Beide verwiesen auf einen vielversprechenden Start in das Jahr.

Mit welcher Motivation die Capital Group eingestiegen war, ist offen. Die Gesellschaft steht hinter dem mit 165 Milliarden Dollar sehr großen Investmentfonds Euro Pacific Growth Fund, ist mit einem verwalteten Vermögen von fast zwei Billionen Dollar einer der weltgrößten Kapitalanleger und hatte erst im November ihren Anteil bei der Deutschen Bank ausgebaut – zur Freude des Instituts. Ein Sprecher der Bank hatte sie damals wohlwollend als “langfristig orientierten Anleger” bezeichnet. Das ist grundsätzlich auch so. Nur bedeutet diese langfristige Orientierung manchmal auch: sich von einem Investment lieber wieder zu trennen.

Reference-www.sueddeutsche.de

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