Telekom übernimmt große Anteile ihrer US-Tochter, Aktie steigt

Telekom übernimmt große Anteile ihrer US-Tochter, Aktie steigt

Wenn Tim Höttges über Amerika spricht, dann hebt der Chef der Deutschen Telekom gern zum feierlichen Tonfall an. “Wir sind Anbieter der westlichen Welt, mit zwei stabilen Säulen”, tönte Höttges vor der jüngsten Hauptversammlung. Denn die Telekom verkauft eben nicht nur Telefonie und Internet in Europa, vielmehr zählt sie mit der Tochter T-Mobile auch zu den drei größten Mobilfunk-Anbietern der USA. Voriges Jahr hat der Bonner Konzern gut 60 Prozent seines Umsatzes und seiner Gewinne in Amerika erwirtschaftet.

Doch das Wachstum in Übersee hat einen Haken: Noch hat die Telekom die Kontrolle über die US-Tochter nicht dauerhaft gesichert. Vor zwei Jahren schloss sich T-Mobile mit dem Konkurrenten Sprint zusammen, seither gehören der Telekom weniger als die Hälfte der Anteile des fusionierten Unternehmens. Nur weil sich die Telekom für einige Jahre die Mehrheit der Stimmrechte gesichert hat, darf sie die Geschäfte von T-Mobile und Sprint voll in ihrer Bilanz ausweisen.

Nun aber geht die Telekom den nächsten Schritt zur langfristigen Kontrolle: Sie kauft für mehr als zwei Milliarden Euro weitere Aktien von T-Mobile US, das hat der Konzern am Mittwoch mitgeteilt. Damit steigt ihre Beteiligung am Amerika-Geschäft von zuletzt 46,7 auf nunmehr 48,4 Prozent. Höttges gibt sich damit freilich noch nicht zufrieden: “Wir werden in Kürze die 51 Prozent, die sichere Kontrollmehrheit, wiederhaben”, kündigte der Vorstandschef in dem Aktionärstreffen an.

Die Gelegenheit zum Aufstocken kam für die Telekom gerade günstig

Die Telekom kann die T-Mobile-Aktien zu vergleichsweise günstigen Konditionen vom japanischen Konzern Softbank kaufen. Softbank war der Mehrheitseigentümer des Fusionspartners Sprint und hält deshalb Anteile am neuen Gemeinschaftsunternehmen T-Mobile. Softbank hat der Telekom Optionen eingeräumt, damit die Bonner weitere T-Mobile-Aktien kaufen können.

Die Gelegenheit zum Aufstocken kam für die Telekom gerade günstig: Der Konzern hat vor zwei Wochen sein reines Mobilfunk-Geschäft in den Niederlanden verkauft und dafür etwa vier Milliarden Euro erhalten. Nun gibt er zumindest einen Teil dieses Geldes in Amerika aus. An der Börse hat die Telekom am Mittwoch zeitweise um ein Prozent an Wert gewonnen.

Wenn Netzbetreiber wie in dem Fall T-Mobile und Sprint fusionieren, können sie viele doppelte Ausgaben vermeiden: Sie können beispielsweise Antennen-Standorte zusammenlegen und in der Verwaltung sparen. Andererseits haben Mobilfunk-Kunden in den USA seit dem Zusammenschluss weniger Auswahl. Umso langwieriger hatten Behörden die Fusion geprüft und letztlich unter Auflagen genehmigt. Beispielsweise mussten T-Mobile und Sprint einen Teil ihres Geschäfts und ihrer Mobilfunk-Frequenzen an Wettbewerber abgeben.

Reference-www.sueddeutsche.de

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