EU will Apple-Ladekabel verbieten

EU will Apple-Ladekabel verbieten

Das Aus für Apples Ladekabel rückt näher: Der kalifornische Technologiekonzern nutzt für seine Handys den eigenen Lightning-Standard, während die Konkurrenz auf das Format USB-C setzt, um Telefone mit Strom zu versorgen. Doch in der EU soll künftig – vermutlich von Mitte oder Ende 2024 an – USB-C als einheitlicher Standard für Handys, Tablets, Kameras, Kopfhörer oder Spielekonsolen vorgeschrieben sein. Den entsprechenden Richtlinienentwurf präsentierte die Kommission schon im September; am Mittwoch stimmte der zuständige Binennmarktausschuss des Europaparlaments einer gemeinsamen Position für das Gesetz zu.

Die Abgeordneten sprachen sich mit einer Mehrheit von 43 zu zwei Stimmen dafür aus, den Entwurf sogar zu verschärfen. Die Vorschriften sollen demnach für noch mehr Geräte gelten, zum Beispiel auch Laptops, Digitalradios oder Drucker. Smartwatches und Fitnesstracker sollen ebenfalls darunter fallen, sofern sie nicht zu klein für einen USB-C-Anschluss sind. Bereits im Januar einigte sich der Ministerrat, die Gesetzgebungskammer der Mitgliedstaaten, auf seine Position zu dem Rechtsakt. Damit können bald die Verhandlungen zwischen Ministerrat und Parlament beginnen. Verständigen sich beide Seiten auf einen Kompromiss, könnte das Gesetz noch in diesem Jahr in Kraft treten. Nach einer Übergangsphase von zwei Jahren dürften dann in der EU nur Handys und andere Geräte mit USB-C-Ladekabel verkauft werden.

Für Apple wäre es wohl zu teuer, zwei Versionen seiner Mobiltelefone zu fertigen: mit USB-C-Buchse für Europa und Lightning für den Rest der Welt. Daher könnte die EU-Richtlinie das Aus für den Apple-Standard bedeuten. Als die Kommission den Gesetzentwurf präsentierte, sagte ein Sprecher des Konzerns, er sei “besorgt, dass ein strenger Regulierungsrahmen, der nur eine Art von Ladebuchsen vorschreibt, Innovationen eher behindert als fördert”.

Mit dem Einheitskabel will die EU Verbrauchern das Leben erleichtern und Elektromüll vermeiden helfen. Der für das Gesetz zuständige Europaabgeordnete Alex Agius Saliba, ein Sozialdemokrat aus Malta, sagte, der Rechtsakt spare Geld und bis zu 13 000 Tonnen Elektoschrott.

Reference-www.sueddeutsche.de

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