Ackmans Fonds macht 435 Millionen Dollar Verlust mit Netflix-Aktien

Ackmans Fonds macht 435 Millionen Dollar Verlust mit Netflix-Aktien

Wenn’s ums Geld geht, hört die Freundschaft auf – was der Volksmund so von Lebenserfahrung gesättigt in diesem Spruch kondensiert hat, gilt auch für Bekundungen aller Art. Da wäre etwa ein gewisser Bill Ackman, seines Zeichens Chef von Pershing Square Capital Management, einem US-amerikanischen Investmentfonds. Ackman ging vor drei Monaten eine Wette ein. Wenn man auf die 435 Millionen Dollar sieht, die der Fonds nun weniger wert ist, wird man kaum umhin können, diese Wette als verloren anzusehen.

Die Wette ging so: Als die Aktien des Streaming-Dienstes Netflix Anfang des Jahres absackten, da glaubte Ackman, das werde nur vorübergehend sein. Oder vielleicht glaubte er auch, sein Einstieg und vor allem seine wortreichen wie hoffnungsschwangeren Einlassungen dazu würden andere motivieren, das ebenso zu sehen. Und Ackman stieg nicht nur ein bisschen ein. Er wurde mit einem Investment von 1,25 Milliarden Dollar einer der 20 größten Anteilseigner von Netflix.

Bei Netflix einzusteigen sei eine gute Gelegenheit, tönte Ackman damals. Er lobte den Charakter der Firma, das auf Abos fußende Geschäftsmodell und das großartige Führungsteam. Nun, nur drei Monate später, hört sich das alles ganz anders an. An seine Kunden schrieb Ackman, er habe aus vergangenen Fehlern die Lehre gezogen, schlechte Investments früh aufzugeben. Anders gesagt: Er lässt Netflix fallen wie eine heiße Kartoffel.

Früh hieß im speziellen Fall allerdings, 435 Millionen Dollar in den Wind zu schreiben. Um satte zwei Prozent sei dadurch der Wert seines Fonds in diesem Jahr gesunken, gab Ackman in dem Brief an die Anteilseigner zu. Das Geld aus dem unvorteilhaften Verkauf will er nun in lohnendere Gelegenheiten stecken. Verarmen wird Ackman dadurch ohnehin nicht, er bleibt Milliardär, genauso wie der Gründer und Chef von Netflix, Reed Hastings.

Auch der 61-jährige Hastings musste angesichts der doch recht prekären Lage seines Unternehmens von früheren Beteuerungen abrücken. Weil Netflix – einst der gefeierte Newcomer, der den verschlafenen TV-Giganten das Fürchten lehrte – erstmals Kunden verloren hat, muss er nun tun, was er nie wollte: Werbung zulassen. Denn die Aussichten sind auch für die nächste Zeit alles andere als rosig.

Außerdem soll auch verstärkt gegen eine Praxis vorgegangen werden, die dazu führt, dass viele zwar Netflix nutzen, aber nichts dafür bezahlen. Man kann die Zugangsdaten nämlich weitergeben, zum Beispiel an Verwandte oder Freunde. Oder man teilt sich die Kosten und kommt so günstiger an Serien und Filme. Diese gibt es mittlerweile aber auch von vielen potenten Konkurrenten wie Amazon, Disney oder Apple. Netflix ist ein Anbieter von vielen und wird sich behaupten müssen, sagen Experten. Nicht nur Bill Ackman sieht die Chancen dafür wohl nicht sehr groß.

Reference-www.sueddeutsche.de

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