Quartalsverlust für Amazon

Quartalsverlust für Amazon

Amazon meldet zum ersten Mal seit fast sieben Jahren einen Netto-Quartalsverlust. Der Konzern verbuchte ein Minus von 3,8 Milliarden Dollar. Insgesamt bedeutet das einen Rückgang des Betriebsgewinns binnen Jahresfrist von 8,9 auf 3,7 Milliarden Dollar.

Hauptgrund für das schlechte vergangene Quartal ist eine 7,6 Milliarden Dollar schwere Wertkorrektur bei Amazons Beteiligung am Elektroautobauer Rivian. Die Aktien des Tesla-Rivalen waren im ersten Vierteljahr 2022 um mehr als 50 Prozent abgestürzt. Aber auch abseits davon machen aktuelle Entwicklungen dem weltgrößten Onlinehändler zu schaffen, etwa steigende Kosten für höhere Löhne und Kraftstoff. Angesichts der weltweiten Konjunktur, scharfer Konkurrenz und der steigenden Kosten zeigte sich Amazon für das laufende Vierteljahr zudem zurückhaltender als gedacht. Die Aktie verlor zwischenzeitlich bis zu zwölf Prozent.

Im abgelaufenen Quartal stieg Amazons Umsatz währungsbereinigt zwar um rund neun Prozent auf 116,4 Milliarden Dollar und damit minimal stärker als gedacht. Für das laufenden Quartal blieb der Konzern mit einer Spanne zwischen 116 und 121 Milliarden aber deutlich hinter den Prognosen von Analysten zurück, die im Schnitt 125,48 Milliarden erwarten.

Das Betriebsergebnis soll in einer Spanne zwischen einem Verlust von einer Milliarde Dollar und einem Gewinn von drei Milliarden Dollar liegen. Vor Jahresfrist hatte hier noch ein Plus von 7,7 Milliarden Dollar gestanden.

Ein Grund für die Entwicklung sind höhere Kosten für den Betrieb der Amazon-Lager. Amazon hat versucht, Mitarbeiter mit höheren Löhnen zu locken, konnte aber selbst damit nicht alle Stellen in den Warenzentren besetzen. Zudem kämpft der Konzern mit den Folgen höherer Kraftstoffpreise, die sich gleich doppelt auswirken: Sie schmälern das verfügbare Einkommen der Verbraucher und machen Lieferungen für Amazon teurer. Der Konzern reagierte darauf unter anderem mit höheren Gebühren für seinen Schnellversand-Service Prime.

Zudem soll ab dieser Woche ein Treibstoff- und Inflationszuschlag von durchschnittlich fünf Prozent für Händler eingeführt werden, die Amazons Lagerdienste in den USA in Anspruch nehmen. Die Prognosen für das laufende Quartal zeigen aber, dass diese Maßnahmen möglicherweise nicht ausreichen, um die Kostensteigerungen wettzumachen. Amazon-Chef Andy Jassy sagte am Donnerstag, der Konzern müsse auch noch an der Verbesserung seiner Produktivität arbeiten.

Einen Lichtblick gab es im abgelaufenen Quartal aber auch: Der Geschäftsbereich Amazon Web Services (AWS) steigerte seinen Umsatz um 37 Prozent auf 18,4 Milliarden Dollar und lief damit etwas stärker als erwartet.

Reference-www.sueddeutsche.de

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