Cryptocrash: Hyperinflation im Kryptoland

Cryptocrash:  Hyperinflation im Kryptoland

Die Besitzer von Kryptowährungen haben eine brutale Woche hinter sich. Bitcoin und andere Werte haben Hunderte Milliarden Euro an Wert verloren. Am Freitag stabilisierten sich große Digitalwährungen wieder, anders als klassische Anlagen wie Aktien konnten Bitcoin und Ethereum sogar zulegen. Anderen Krypto-Projekten erging es deutlich schlechter. Der Wert der Währung Luna sank in wenigen Tagen von rund 80 Dollar auf nahezu Null. Grund dafür war ein Preisverfall bei der Schwesterwährung Terra, einem sogenannten Stablecoin. Den Kollaps des Projekts sehen Beobachter als Folge, aber auch als Katalysator der Kurseinbrüche des Krypto-Ökosystems. Die Leitwährung Bitcoin hatte seit Jahresbeginn mehr als 35 Prozent ihres Werts eingebüßt, die meisten anderen Coins noch deutlich mehr. Der Totalverlust bei Luna traf also auf verunsicherte Krypto-Anleger und dürfte die Kapitalflucht aus dem Kryptomarkt noch verstärkt haben.

Das Projekt des Blockchain-Betreibers Terraform Labs galt als Leuchtturm-Projekt der sogenannten Decentralized Finance Szene (DeFi): Eine Kryptowährung, die ihre Stabilität nicht durch Dollar-Reserven erlangt. Stattdessen sollten mehrere schwer zu durchschauende Mechanismen den Wert des Terra-Coins bei etwa einem Dollar halten: ein spezielles Anreizsystem für Investoren, Algorithmen, mehr als eine Milliarde der digitalen “Leitwährung” Bitcoin als Reserve und etwas, das Kritiker als “magisches Denken” bezeichneten: das blinde Vertrauen der Anleger in das Gelingen des Projekts.

Massenflucht der Blockchain-Jünger

Das ging eine Weile lang gut, zuletzt aber sehr schlecht. Am 9. Mai koppelte sich der Wert des Stablecoins stark vom Wert von einem Dollar ab. Kursabweichungen sollten bei Terra und Luna eigentlich ausgeglichen werden, indem Investoren jederzeit Terras in Lunas im Wert von einem Dollar umwandeln konnten. Die Massenflucht der Investoren aus Terra bei gleichzeitigem Preisverfall von Luna führte jedoch zu einem dermaßen starken Anstieg der Luna-Menge, dass der Preis der Währung rasend schnell verfiel – eine Art Hyperinflation in der Kryptowelt. Dabei werden Kryptowährungen doch eigentlich als “digitales Gold”, als Schutz vor Inflation beworben. Der Blockchain-Betreiber Terraform Labs sah sich binnen 48 Stunden mehrfach gezwungen, seine Blockchain als ganzes anzuhalten, ein in der Kryptowelt beispielloser Schritt. Blockchains sind dezentrale Verzeichnisse, in denen alle Transaktionen der jeweiligen Währung hinterlegt sind. Sie sind das technologische Herz vieler Kryptowährungen.

Die Idee der Stablecoins klingt verlockend. Sie sollen es Haltern von Kryptowährungen erlauben, ihr Investment in turbulenten Zeiten in einer sicheren Währung zu parken, ohne es komplett aus dem Krypto-Verkehr zu ziehen, es also in klassische Währungen wie Euro oder in Aktien zu stecken. Terra/Luna verfolgte dabei einen besonders experimentellen Ansatz. Das Experiment ist krachend gescheitert.

Reference-www.sueddeutsche.de

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